Tag des Sandmanns

Ebisu steckte uns noch ziemlich tief in den Knochen und somit fühlte sich die Nachtruhe in Sendai sehr sehr kurz an.

Aber es half nichts, es musste ausgecheckt werden und zudem wartete noch ein Frühstück auf uns.

Zugegeben, das Frühstück war das einzige was mich an diesem Tag aus dem Bett lockte, es stand eine lange Fahrt nach Norden auf dem Programm und ein noch langweiligerer Wetterbericht setzte dem ganzen die Sahnehaube auf.

Eine große Portion Reis, gebratener Fisch, Miso Suppe, Tsukemono, Grüner Tee und kaltes Spiegelei.

Vielleicht nicht ganz die Definition einer europäischen Morgenmahlzeit aber durchaus eine Überlegung wert dies auch in Deutschland einzuführen, war nämlich echt genial lecker :D

 

Alles galt es jedoch mehr oder weniger hinunterzuschlingen, mein Kopf befand es mal wieder für nötig den Wecker 45 Minuten lang zu überhören um dann 30 minuten vor Ende der Frühstücks doch mal aufzuwachen...

Muss ich erwähnen dass die halbe Stunde vor Ende des Frühstücks auch eine halbe Stunde vor Check-out war?

 

Auf wundersame weise schaffte ich dann doch noch mich zu duschen, zusammenzupacken, zu essen und rechtzeitig mit meinen 45kg Gepäck am Empfang zu stehen.

Da ich in Fukushima mein Haargel und -spray vergessen hatte musste ich vorerst mit dem zartrosa Haargel und dem Volumen-Haarspray von Marion vorlieb nehmen, in Kombination mit den roten Hausschuhen wurde mir das dann jedoch etwas zu weiblich.

 

 

Eine knappe Stunde später befanden wir uns im schnellsten Zug der Welt, dem Hayabusa Shinkansen.

Mit unglaublichen 320 km/h richtung Norden!!

Zumindest wurde mir das so erzählt.

 

In Wahrheit befand ich mich die meiste Zeit im Land der Träume.

Ich bin immer noch felsenfest von überzeugt dass im Zug Schlafgas eingesetzt wird...

Vielleicht sind die Sitze auch einfach nur so wahnsinnig bequem, jedoch konnte ich noch so ausgeschlafen sein, keine 5 Minuten nachdem der viele hundert Meter lange Zug sich in bewegung setzte fielen mir die Augen zu.

Immer.

 

Nach der Ankunft in Hirosaki am frühen Nachmittag folgte der selbe Ablauf wie immer:

-Müll los werden (Das ist eeecht nicht einfach in Japan!)

-Zum x-ten mal in die Zugauskunft hineinlaufen um dann freundlich zur Touristen-Information geführt zu werden (mist, langsam sollte man doch beide unterscheiden können, wobei, man ist in beiden gleich oft drin^^)

-Die Mitarbeiterin finden die das meiste Englisch spricht

-Unterkunft finden und reservieren

-Check In Zeit nach vorne verschieben (einfach ins Hotel gehen, lieber überlassen sie einem das Zimmer früher als dass sie sich mit dem Gepäck hinter der Rezeption herumschlagen ;) )

 

Hier wurden wir unglaublich positiv überrascht...

 

Drei riesige Betten, im obersten Stockwerk und somit Ausblick über die ganze Stadt, ein recht großes Bad und zudem noch eine eigene KÜCHE!

Inklusive Frühstück für den unglaublichen Preis von 35€ pro Person und pro Nacht!

Und sogar mit eigenem Hauselfen!

 

Zumindest war das der Preis den uns die Touristeninformation genannt hatte aber dazu wann anders mehr...

 

und als letzten Survival-Punkt:

 

-Essen finden.

 

Gerade letzteres gestaltete sich jedoch auf einmal schwierig da Hirosaki nicht DIE Touristen-Hochburg ist und somit nur wenige Restaurants auf ausländische Gäste eingestellt waren.

 

Wir landeteten schließlich (nach einem "etwas kleineren" Umweg) im Paradies...

 

Ein gigantischer Supermarkt...

 

Mit ebenso gigantischer Auswahl...

 

Einfach alles konnte man hier kaufen, zumindest alles was verzehrbar war.

 

Die exotischsten Früchte, das frischeste Gemüse, die vielfältigste Fischauswahl die je in meinem Leben zu Gesicht bekam.. 

Unglaublich...

 

Komplett eingedeckt für die restlichen drei Wochen Japan (die Vorräte hielten ca 2 Tage) fanden wir sogar noch eine Ramen-Küche IM Supermarkt!

 

Und der Spaß ging los.

 

Die Frage nach einer englischen Karte wurde mit einem herzhaften Lachen und einer alles sagenden Handbewegung abgewendet.

Hm..

Auf gut Glück bestellen?

In Fukushima hatte das zumindest für mich zu kalten Nudeln, kaltem frittiertem Gemüse und rohem Ei geführt, ich hatte also nicht die besten Karten.

 

Eeegaaal, YOLO!!Eins!1!

 

Ich konnte nicht wirklich etwas entziffern auf der großen Tafel an der Kasse, also einfach auf gut Glück draufdeuten und "一月おください" sagen also "einmal bitte".

 

Jetzt gab es folgende Möglichkeiten:

 

-Ich bekam was essbares.

-Christian bekam etwas nicht essbares.

 

Eigentlich eine Win/Win Situation, zumindest für mich :D

 

Doch was sollte die Frage von ihr nach (*enter wirres gemurmel here*)??

Ahh ok, nachdem die sehr nette und unterhaltsame Dame uns jeweils eine Hand voll verschiedener Nudeln gezeigt hatte konnten wir nun entscheiden ob Soba oder Udon Nudeln.

 

Wir entschieden uns für letzeres und genossen wenig später das so ziemlich einfachste und gleichzeitig beste Essen seit langem.

 

Eine riesige Schüssel voll mit Nudeln, dampfender Suppe, Gemüse, Tempura und gebratenem Schweinefleisch...

Genau das was man bei so einem Wetter braucht!

 

So gestärkt konnte uns auch der Monsun-Regen nichts ausmachen der uns vor der Tür erwartete, doch das Hotel war nicht allzu weit entfernt und um 17:30 Ortszeit lagen wir alle glücklich in unseren übergroßen und mehr als günstigen Betten...

 

Zumindest waren wir im glauben dass die Betten günstig waren...

 

 

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