Life´s like a Jumprope

Heute fing der Tag erst mal damit an dass so ziemlich alles, was nur schiefgehen konnte, auch schiefging.

 

Da es bei mir der Abend doch mal wieder etwas länger wurde, fiel das mit dem um 05:30 Uhr aufstehen sehr schwer, etwas zu schwer...

Um 06:20 Uhr, (also zu der Zeit zu der wir eigentlich schon am Bahnhof sein wollten) kam mir dann doch auf einmal der Gedanke aufzustehen.

Innerhalb von einer Minute und 39 sekunden war alles zusammengepackt, ich angezogen und auf dem Weg in die Lobby in der meine beiden Mitreisenden schon mit einer Tasse Kaffe auf mich warteten.

Dass wir den Zug um 06:25 verpassten muss glaub ich nicht extra erwähnt werden.

So gesehn nicht schlimm, wir waren ja im Urlaub und hatten alle Zeit der Welt, wäre da nicht Tobias von Speed Industries gewesen der uns um 06:45 in Nihonmatsu nach Ebisu auf die Rennstrecke mitgenommen hätte und uns so das Taxi erspart hätte.

 

Um 07:15 erreichten wir Nihonmatsu und schnappten uns nach einem kurzen Frühstück im 7-11 Supermarkt das nächste Taxi das uns zur Rennstrecke brachte.

 

Kaum am Circuit angekommen ging es schon zur Rennleitung um die Pressewesten in empfang zu nehmen, die ganzen Wagen zu begutachten und auch das eine oder andere Gespräch mit den ganzen gleichgesinnten Irren zu führen.

Die Stimmung war einfach klasse, das Wetter tat da mit üppigem Sonnenschein noch seinen Teil dazu, einfach genial.

 

Ab hier können alle Nicht-Drift/Motorsport-Begeisterten gerne aufhören zu lesen ;)

 

Auch der Gaijin(Ausländer) 1 Grand Prix, kurz G1GP mit Fahrern aus aller Welt war einfach toll.

Glückwunsch hier nochmals an Leigh Pidwell aus Down Under (auch wenn er das hier wahrscheinlich nicht lesen wird) zum mehr als verdienten Sieg, die Battles waren einfach Klasse.

High-Speed Entrys, einige Spins, leider auch Crashs die zu so manchem Totalschaden führten machten den Tag so abwechslungsreich wie nur wenige zuvor.

Mein Aboluter Höhepunkt war jedoch der Touge-Kurs...

Ein Wahnsinn zu sehen wie die Fahrer ihre Wagen beherrschten.

In Battles die Strecke in atemberaubender Geschwindigkeit hinabzujagen, quer und so dicht beieinander dass selbst so mancher Japaner nicht mehr zwischen die Autos gepasst hätte.

 

Doch es ging noch besser...

 

Nachdem ich meine GoPro an den ein oder anderen Wagen montiert hatte und leider im Endeffekt keine Videoaufnahme zustande brachte wurde ich kurzerhand dazu eingeladen bei einem Australier in einem 180SX mitzufahren...

 

Adrenalin pur!

 

Sogar auf anhieb die richtige Tür aufgemacht.

Helm angezogen.

H-Gurt angelegt und festgezurrt.

Sonnenbrille auf – und schon ging es los.

 

Bergauf mit über kilometerweit schreiender Screamer Pipe, lautes zischen, fast schon fauchen wenn der nächste Gang reingerissen wird und das BOV seinen Dienst verrichtet, kurzes anbremsen mit der Fly-Off, gegenlenken, Vollgas!

Kratzen der Schürzen und Verspoilerung in den Senken am Asphalt und Backflames die so laut und hell sind dass man damals sicher den zweiten Weltkrieg gewonnen hätte -

Weiter in die nächste Kurve - Clutchkick, der Wagen stellt sich quer und das bleibt für die nächsten 300 Meter erst einmal so, ab geht’s in die S-Kurve, kurz gegenlenken und wieder Pedal to the Metal, kurz zuweit raus gekommen und mit dem Heck und die Sandwand gestreift, einen Gang zurück, das fauchen des Blow Offs verursacht Gänsehaut, der Innenraum füllt sich langsam mit Reifen in ihrer Schönsten Form – weißem dichten Rauch.

Und schon geht’s steil bergab, kurz angebremst, das Differential sperrt und der Wagen steht wieder quer, vor uns eine S14a, hinter uns ein R32, ab geht’s im Battle um die nächste Kurve - und die nächste.

Das Defi des Ladedrucks gleicht einem Morsegerät so schnell ändert sich der Wert – nun geht es in die letzte Kurve, 120°, rechts, bergab.

Das letzte mal runterschalten, warten bis das Differential sperrt, das Lenkrad wird herumgerissen als das Heck kommt, ein letztes mal alles geben, mit knapp 100 km/h geht es nur wenige Zentimeter innen an Sandhängen vorbei – die Reifen befinden sich auf dem letzten milimeter, noch viel länger und das Gewebe wird zu sehen sein doch da befinden wir uns schon wieder auf dem Vorplatz...

Die Wasser- und Öltemperatur sind jenseits von gut und böse.

 

Kurz sammeln, durchatmen..

 

Abschnallen.

Aussteigen.

Die Mundwinkel sind kurz vor dem reissen.

 

-Dopamine Overflow...-

 

Das ist Drift Matsuri.

 

DAS ist Ebisu.

 

 

Das zweite i-tüpfelchen des Abends war das gemeinsame BBQ.

Kurz davor jedoch ging es mit Tobias nochmal nach Nihonmatsu hinunter, Geld holen.

So zumindest der Plan.

Die Post, der einzigste Ort wo ich Geld holen kann, hatt seit sage und schreibe 20 Minuten zu.

Die Automaten befinden sich leider alle innerhalb der Gebäude womit nach schließung der Poststelle leider kein Automat mehr zugänglich ist.

Kein Geld in der Tasche waren wir wieder unterwegs nach Ebisu, kurz was am riesigen BBQ vernichtet welches glücklicherweise im Vorraus bezahlt wurde von Chris, als plötzlich die Idee aufkam ein Fotoshooting mit einem der Wagen zu machen.

Gesagt-getan.

Das Auto was mich am meisten beeindruckte war der Nissan Stagea R34 Pickup Conversion von Andy, dem Besitzer von Powervehicles.com.

Nach kurzem Briefing was ich denn vorhatte warf er mir den Schlüssel zu und ich konnte das Schmuckstück auf der Start-/Zielgeraden Platzieren.

Zwei Stunden später wurde der Fußweg ins „Loch“ angetreten, wie der Schlafplatz von den Locals liebevoll genannt wurde, um sich der Nachtruhe zu widmen.

 

Doch irgendwie wurde daraus schon wieder nichts...

 

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